Lesen für den guten Zweck

Mein lieber Freund Lutz Schebesta hat es wieder getan: Einen Roman geschrieben.
„Blasehase“ ist ganz frisch auf dem Markt. Ich selbst habe ihn noch gar nicht gelesen –  was ich aber tun werde! Dennoch möchte ich heute schon mal auf den Roman aufmerksam machen. Denn das Lesen dieses Buches wird nicht nur, wie ich es von Lutz gewohnt bin, sehr unterhaltsam sein, sondern ist auch noch für den guten Zweck.

Pro verkauftem Buch gehen 50 Cent an die Deutsche AIDS-Stiftung. Warum? Das erfahrt ihr im Roman, der bestimmt wieder sehr unterhaltsam ist und sich dieses Mal dennoch einem ernsten Thema widmet – wenn ich ihn gelesen habe, dann hier natürlich mehr dazu. Hier der Inhalt:

DSC_0001 (4)Hauptsache Spaß…

Lena liebt Sex. Mit Anfang 20 hat sie schon eine ganze Menge Männer in ihrem Leben verführt. Ihren Spitznamen „Blasehase“ hat sich Lena so redlich im Kölner Nachtleben verdient. Schneller Sex bedeutet viel Spaß. Doch als sie dann bei einer Routineuntersuchung erfährt, dass ihre Lebenseinstellung schlimme Folgen haben kann, bricht eine Welt für sie zusammen. Ein HIV-Schnelltest schlägt bei ihr an. Aids? „Das bekommen doch nur schwule Männer und Drogenabhängige“, denkt sie. „Das muss ein Irrtum sein.“ Und dann trifft Lena auch noch den Traumtypen Ben und ihre Gefühle fahren endgültig Achterbahn…

Der neue Dramedy Roman von Bestseller Autor Lutz Schebesta über ein Thema, das eigentlich keines mehr sein sollte: HIV!

Lesen & Helfen. Für jedes regulär verkaufte Taschenbuch & eBook werden 0,50 € an die Deutsche AIDS-Stiftung gespendet.

Das ebook gibt es für jeden Reader (Kindle, Tolino, iPad etc.). Das Taschenbuch ist über Amazon erhältlich.

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Zeit ist die größte Entfernung zwischen zwei Orten

St. Louis in den 30er Jahren. Es ist  eine trostlose Zeit für die drei Familienmitglieder der Familie Wingfield, die jeder für sich ihren Problemen nachhängen und damit ungewollt den jeweils Anderen zur Last und nahezu unerträglich werden.

Mutter Amanda (fast schon zu sexy: Ragna Pitoll) kann zwei Dinge nicht verwinden: Den verschwundenen Ehemann, für den sie alle (besseren!) Bewerber abblitzen ließ und den Verlust ihrer Jugend und ihres einstigen Glanzes, ja, nahezu Ruhms. Sie möchte dieses Leben für ihre Kinder, die aber eigentlich etwas ganz Anderes wollen. Sohn Tom hält sich mit einer unwürdigen Arbeit in einer Fabrik über Wasser (und damit auch den Rest der Familie). Eigentlich ist er ein Dichter, Autor, Poet, ein Künstler, viel zarter besaitet noch als seine (körperlich) behinderte Schwester Laura. Matthias Thömmes und Anne-Marie Lux geben ein wunderbar harmonisches Geschwisterpaar ab, fast schon zu harmonisch, sodass sich auch hier wieder, wie im Williams‘ Drama, der Eindruck verfestigt, die einzig wahre Liebe für Tom und Laura wäre die unter den beiden Geschwistern.

Lux, am Anfang vielleicht ein wenig zu laut für die eigentlich zarte Laura, findet sich aber in ihre Rolle und gibt der jungen Frau Charakter, den Laura immer zu leugnen versucht. Thömmes reicht nicht ganz an den Charme von Sam Waterston heran, den ich immer mit Tom verbinde, gibt ihm aber ein ganz neues Selbstbewusstsein.

DSC_0003Während Laura nicht mehr zum Steno-Kurs geht und sich lieber zu Hause einschließt, Jungmädchenträume träumend und eine Menagerie an Glasfigürchen pflegend, treibt es Tom hinaus. Doch die Mutter möchte gerne beide Kinder unter der Haube sehen – idealerweise lukrativer als ihre eigene Verbindung. Also bringt eines Abends Tom seinen Arbeitskollegen Jim O’Connor mit (Martin Aselmann, gibt Jim die nötige Unseriösität durch nervöses Lachen und dem bleibenden Eindruck, dass er selbst diesen Typen nicht so ganz ernst nehmen kann). Jim ist Lauras Jugendschwarm – und irgendwie auch der Schwarm der restlichen Familie. Dieser eine Abend ist das einschneidende Erlebnis im Leben der Wingfields, für alle wird danach nichts mehr so sein, wie es war.

Es ist sehr bewegend und intensiv, den Vieren auf der Bühne zu zusehen, wie sie sich durch das Leben der Wingfields/O’Connors quälen, musikalisch untermalt wird es aber nicht zäh. Wie in der Verfilmung aus dem Jahr 1973 verfalle ich auch hier dem traurig-schönen Zauber der Geschichte. Eine besonders schöne Hommage an Tennessee Williams im Stück übrigens gleich zu Beginn. Mein bisheriges Theater-Highlight 2016.

https://www.nationaltheater-mannheim.de/de/schauspiel/stueck_details.php?SID=1593

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Vormerken! Es gibt was zu gewinnen

Es ist auch dieses Jahr wieder Welttag des Buches

PSST! Schon mal den Kalender zücken und einen Tag vormerken! Am 23. April ist es wieder soweit: Der Welttag des Buches wird gefeiert. Und da schenken wir Blogger wieder Lesefreude.

Auch hier wird es ein Gewinnspiel geben. Näheres verrate ich hier demnächst. Einfach vorbei schauen auf einem dieser Kanäle: Meine facebookseite und mein Blog freuen sich über Besucher. Außerdem findet ihr mich auf Twitter und Instagram! Schaut mal vorbei…

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Frohe Ostern!

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Allen Lieben, Familienmitgliedern, Freunden, Bekannten und Lesern wünsche ich ein schönes Osterfest und eine angenehme (Vor-)Frühlingszeit!

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PS – Seid gespannt! Neben „Blogger schenken Lesefreude“ gibt es auch bald Neues von mir. Und dieses Mal so ganz anders, als gewohnt…

Meine facebookseite und mein Blog freuen sich über Besucher. Außerdem findet ihr mich auf Twitter und Instagram! Schaut doch mal vorbei…

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Gute Wünsche für alle Zeiten

DSC_0001Dieses Buch ist ein Zauberbuch„, so beginnt „Gute Wünsche aus der Bibel“ von meinem geschätzten Freund Georg Magirius. Und wirklich, das ist es. Denn mich erreichte es, als mein Licht gerade nicht so hell zu leuchten vermochte, wie es meine Freunde in mir sehen.

Auf „nur“ 64 schön bebilderten Seiten finden sich Wünsche für alle Zeiten und Lebenslagen. Anhand ausgewählter Bibelstellen erklärt Georg Magirius den Zauber jedes spezifischen Wunsches zu den Themen Großmut, Gelassenheit, Bewahrung, Freiheit, Segen, Reichtum, Schutz, Ernte, Geselligkeit, Friede, Unbekümmertheit, Stärke, Gesundheit, Ende der Angst, Licht, Liebe, Erfrischung. DSC_0002

Bei den Grimms im Märchen „Der Froschkönig“ hilft das Wünschen noch. Es dauert ein wenig, aber der Glaube hilft. Scheinbar haben wir das Glauben und Wünschen für unsere heutige Zeit verlernt. Mit diesem Buch aber können wir es wieder lernen, denn es lehrt uns, warum Wünschen und Glaube heute noch helfen.

Ein wunderbares Geschenkbuch für alle, die Aufmunterung, Trost oder Inspiration brauchen. Ein Buch, für das ich sehr dankbar bin, weil es mir gezeigt hat, dass ich noch immer leuchten kann, wenn ich nur daran glaube.

Gute Wünsche aus der Bibel (Gebundene Ausgabe), 

Georg Magirius

ISBN: 978-3-451-32871-8

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Initiativbewerbung – Suchen Sie jemanden wie mich?

Sehr geehrte Damen und Herren,

dies ist meine Initiativbewerbung an Sie.

Im Bachelor-Studium haben sie uns gesagt: Studiert weiter, macht einen Master-Abschluss – ihr werdet sonst nirgendwo unterkommen. Ich hätte ohnehin weiter studiert. Nun besitze ich einen Master-Abschluss in Literatur und Medien mit dem Schwerpunkt Germanistik, aber niemand will mich haben. So scheint es zumindest. Das Durchsehen von offenen Stellen zeigt mir immer wieder, dass mir, um den klassischen Lebensalltag bestreiten zu können, jedoch etwas fehlt: Entweder Fachwissen aus einem anderen, spezifischen Bereich, eine weitere Fremdsprache oder eine kaufmännische Ausbildung oder ein aussagekräftiges Adressbuch mit namhaften Kontakten.

Das kann doch nicht sein, dass niemand eine qualifizierte Germanistin wie mich haben will! Derzeit und seit einigen Jahren habe ich unterrichtet. Zwei Jahre Vollzeit-Lehrtätigkeit haben mir gezeigt, dass ich diese Arbeit gerne tue. Dennoch möchte und muss ich weiter ziehen, auch meiner ausstehenden Dissertation zuliebe.

Nichts macht mir größere Freude, als mich mit Büchern zu umgeben oder andere Menschen auf gute Bücher aufmerksam zu machen. Literatur und Theater sind meine großen Leidenschaften. Auch das Schreiben macht einen Großteil meiner Identität aus. Das Verfassen von Texten nahezu jeglicher Art geht mir leicht von der Hand. Seit nun zehn Jahren bin ich als Freie Mitarbeiterin der Odenwälder Zeitung tätig, ich blogge seit vielen Jahren über Bücher und Kulturelles.

In meinem Studium habe ich gelernt, selbstständig zu arbeiten, nichtsdestotrotz bin ich teamfähig und belastbar. Ich bin aufgeschlossen, engagiert, und gehe gerne und freundlich auf Menschen zu. Gerne überzeuge ich Sie von meinen Potenzialen in einem persönlichen Gespräch! Über eine Einladung würde ich mich sehr freuen.

Wenn Sie mich gerne kennen lernen möchten, dann schreiben Sie mir eine E-Mail an marsielvis@googlemail.com . Ich sende Ihnen gerne meinen Lebenslauf und Zeugnisse zu. Es muss doch jemanden geben, der mich gebrauchen kann! Ich bin fest davon überzeugt und freue mich, wenn Sie mit mir Kontakt aufnehmen.

Mit freundlichen Grüßen,

Marissa Conrady

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Dem King ganz nah

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Wenn die Großen gehen, dann wird oft gemunkelt, sie seien gar nicht tot, sondern nur ab- oder untergetaucht. Das Gerücht hält sich auch um den King Elvis Presley hartnäckig. Vielleicht verheiratet er ja tatsächlich in Las Vegas Heiratswütige, oder nimmt an einem Imitatoren-Wettbewerb teil und geht mit dem zweiten Platz lächelnd nach Hause. Oder er tourt derzeit durch Deutschland. Das jedenfalls legt die Show „Elvis -Das Musical“ nahe. Denn wenn Imitator Grahame Patrick die Bühne betritt, dann wird der Zweifel an der Lebendigkeit des Kings so mikroskopisch klein.

DSC011872007 habe ich ihn schon einmal gesehen, im Estrel Hotel in Berlin. Damals schon war ich hin und weg – leider auch zu weit weg, um den „King“  in Action auf der Bühne sehen zu können. Ein Erinnerungsfoto nach dem Auftritt ist mir geblieben, ich ein pausbäckiger Backfisch, mit ebenso erhitzten roten Wangen, wie fast zehn Jahre später.

Das Konzert im fast ganz besetzten – und leider bestuhlten – Mannheimer Rosengarten beginnt mit dem Sinatra-Song „(I did it) My way“. Und ja, sie haben es beide auf ihre Art gemacht: Elvis und Patrick, der King seinerzeit als Erfinder des Rock’n’Roll, Patrick heute als eine Art Mittler zwischen der Welt der Lebenden und der Toten.

DSC01185Nach dem ersten Song wird die Bühne dunkel, Nachrichten aus aller Welt verkünden das plötzliche Ableben des Kings. Danach formiert sich auf der Bühne das „The Stamps Quartett“ zu einem Solo im Gedenken an Elvis. Und dann beginnt die Show erst richtig.

Von Elvis Anfängen an in den Sun Records Studios bis zu seiner Zusammenkunft mit Colonel Parker (witzig, ironisch und definitiv liebenswerter als der echte Colonel: Daniel Neumann) . Untermalt werden die gespielten Szenen mit original Bildmaterial. Dann blendet die Kamera in einem Blinzeln über auf die Bühne und kurz muss man da als Zuschauer schon überlegen, was man sieht. Immerzu authentisch sind die Kostüme, in denen Patrick immer wieder überrascht. Dazu einige schöne Tänzerinnen, eine großartige Live-Band – und der Atem stock bei fast jedem Song.  „My happiness“, „Heartbreak Hotel“ und „Are you lonesome tonight?“, „Bridge over troubled water“ und „Polk Salad Annie“ sind nur einige davon.

DSC01186Aber auch Elvis‘ Gospel Favoriten wie „How great thou art“ oder „Sweet sweet spirit“ werden zu Gehör gebracht. Und es sind gerade die etwas „unbekannteren“, nicht so oft gehörten Songs, die Gänsehaut machen. Besonders emotional wird es aber auch, wenn Ed Enoch von Grahame Patrick ins Rampenlicht geholt wird. Enoch hat noch mit Elvis höchstpersönlich getourt. Es st berührend zu sehen, mit welcher Intensität er auf Patrick eingeht. Irgendwie wird man das Gefühl nicht los, dass Enoch selbst tief berührt ist, nach wie vor getroffen von dem Verlust seines „Bruders“, den er nun so eigenartig lebendig wieder neben sich stehen sieht. Noch einmal darf er mit ihm zusammen auftreten, wenn seiner alter Freund auch nur auf Leinwand zu sehen ist; in Patrick hat Enoch einen würdigen Imitator erkannt.

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Programmheft, CD Collection, Ticket, T-Shirt auf Elvis-Bettwäsche mit roter Rose

Aber Grahame Patrick ist mehr als nur ein Imitator, er hat nicht nur die Begabung, Elvis nachzuahmen, auf der Bühne lebt er den King. Ich, die ich acht Jahre nach Elvis‘ Tod auf die Welt gekommen bin, fühle mich plötzlich Elvis näher. Und eine Träne kann ich mir dann am Ende bei „An American Trilogy“ doch nicht verkneifen, so getroffen fühle ich mich plötzlich von Patricks Stimme.

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Frei nach „Erdmöbel“: „im Elvis T-Shirt“

Ein wenig zu kurz an diesem Abend kommt für mich dann doch Elvis‘ private
Geschichte, wenngleich sie auch angerissen und in einigen Bildern erzählt wird. Aber, was will man noch in fast drei Stunden Konzert inklusive Pause packen? Solide erzählt wird Elvis Presleys Werdegang vom LKW Fahrer zum Weltstar, einige witzige Passagen sind dabei, sie wechseln sich mit den allzu gefühlvollen oder zu wild-rockigen ab. Irgendwann aber ist auch an diesem Abend Schluss. Nach Zugabe um Zugabe beordert Patrick die Zuschauer schließlich ins Bett. Einen Absacker jedoch hat er noch für uns bereit: „Muss i denn, muss i denn zum Städtele hinaus – und Du mein Schatz bleibst hier“ singt er mit Akzent. Also gehen wir mit erhitzten Wangen und schmerzenden Händen nach Hause. Was bleibt ist die Erinnerung an den King, die Vortäuschung eines Abends, den wir in seiner Nähe verbringen durften, ein Elvis T-Shirt und ein wenig Wehmut, die immer mit all diesem verknüpft sein wird.

 

 

http://www.elvis-musical.co/de/home/

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Freunde, komme was wolle

„Freunde, komme was wolle!“, das haben sich auf dem Schulhof einst May und Libby geschworen. Für May geht diese Freundschaft weit hinaus über Libbys tragischen Tod. Denn auch Jahre später kann May sich damit einfach nicht abfinden. Als dann noch ein Sticker mit der Figur „Princess X“ auftauchen, die May und Libby einst gemeinsam erschaffen haben, ist May restlos überzeugt: Libby ist am Leben!

Und so macht sich May auf die Suche nach ihrer Freundin. Schnell kommt sie im Internet auf eine Fährte, die sie nichts Gutes ahnen lässt. Wurde Libbys Mutter ermordet und Libbys Tod nur vorgetäuscht? Mit Hilfe von Trick taucht May immer weiter in  die Tiefen des WorldWideWebs ein und in einen Internetcomic, der auf den Zeichnungen ihrer Kindheit basiert. Aber, wird sie ihre beste Freundin tatsächlich finden?

Cherie Priest hat einen fesselnden Jugendroman geschrieben. Besonders macht ihn aber, dass die Erzählung auch auf einigen Seiten als Comic weiter erzählt wird. Das war für mich neu und daher so lesenswert.

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Adventskalender

In diesem Jahr gibt es meinen Adventskalender auf facebook zum Sofortöffnen.

Kommt vorbei und gebt der Seite ein Like.

https://www.facebook.com/media/set/?set=a.1025022297518696.1073741834.154763577877910&type=3

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Das Buch der Bücher

dbdvdBekanntlich weine ich ja ziemlich oft beim Lesen. Auch danach dann noch. Und oft verfolgen mich (gute) Bücher. So soll es ja auch sein, von schönen Dingen lässt man sich gerne verfolgen. Als meine Chefin mir „Das Buch der verlorenen Dinge“ als Geschenk auf den Schreibtisch legte, ahnte ich nicht, wie sehr mich dieser Roman verfolgen, wie sehr ich weinen würde. Dieses Jahr mit Abstand mein Highlight im Bücherregal ist das Buch der Bücher von John Connolly!

Besonders hat mir gefallen, wie aus allen Seiten der Geschichte die Liebe zu Büchern, zu Worten und zum Erzählen sprachen. Denn der kleine Protagonist David liebt Bücher. Dank seiner Mutter weiß er sie sehr zu schätzen. Doch der Tod seiner geliebten Mama verändert alles. Davids Vater heiratet erneut, ein kleiner Bruder wird geboren und David lebt im Haus der Familie seiner Stiefmutter. Das Einzige, das er noch hat, sind die Bücher in seinem Zimmer, die er sprechen hören kann. Eines Tages sieht er den Krummen Mann im Haus umhergehen und schließlich hält David es nicht mehr aus: Er folgt der Stimme seiner Mutter in den Garten und hinein in ein Loch in einem Baum – und gerät in eine märchenhafte Welt. Allerdings entpuppt sich diese Welt schnell als eine böse Märchenwelt, in der nichts so ist, wie man es aus den Erzählungen kennt. David erfährt, um zurück zu gelangen ins seine Welt, muss er dieses Land durchqueren und den König finden. Denn der König ist im Besitz des Buches der verlorenen Dinge, in dem stehen soll, wie David nach Hause finden kann.

Also macht David sich auf den Weg und muss mehr als einmal ums Überleben kämpfen. Das Schöne am Roman ist, dass er nicht mit einem Happy End belanglos endet, sondern den Leser auch wissen lässt, was aus allen handelnden Personen geworden ist.

Mit Abstand mein Lieblingsbuch des Jahres 2015!

Das Buch der verlorenen Dinge, Ullstein

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Der Mensch Faber

Walter Faber ist Techniker mit Leib und Seele, wobei er an die Seele nicht so recht glauben mag. Wie gesagt, er ist Techniker. Aber auch in seiner Brust wohnt mehr als ein Walter Faber, nämlich der Mensch, der Vater, der Mann und eventuell einer, der lieben kann. Daher verwundert es nicht, dass im Nationaltheater Mannheim gleich vier Walter Faber auf der Bühne stehen.

»Ich glaube nicht an Fügung und Schicksal, als Techniker bin ich gewohnt mit den Formeln der Wahrscheinlichkeit zu rechnen. Wieso Fügung?« (Walter Faber)

Ein wenig verwirrend ist das teilweise schon, wenn  Michael Fuchs (mit vollem  Körpereinsatz der sympathischste Faber, wenn auch ein bisschen weniger Nacktheit nicht schlecht gewesen wäre), Jacques Malan (vielleicht der beste „alternde“ Faber, Boris Koneczny (mit Abstand der emotionalste Faber) und der wunderbare Reinhard Mahlberg mit der unverwechselbaren Stimme. Er ist der  überzeugendste, glatteste Faber, dennoch gleichen sich alle vier zu sehr, um sich drastisch abheben und einen Charakter Fabers hervorheben zu können; alle auch Nebenfiguren Herbert, Williams, ein Kellner und der Jugendfreund Joachim.

DSC_0004Wunderbar lasziv, Almut Henkel, mal als Fabers Freundin Ivy, dann tough als allein erziehende Mutter von der gemeinsamen Tochter mit Faber, Hanna. Ein wenig zu aufsässig, zu wenig verletzlich, Carmen Witt als Sabeth, die das alles aber wieder durch ihren Charme und ihre wunderschöne Singstimme wieder ausgleicht.

„Ich hatte ganz vergessen, dass jemand so jung sein kann“ (Walter Faber)

Der Schwerpunkt des Stückes nach dem Roman von Max Frisch liegt in Mannheim ganz klar nicht auf der verbotenen Liebesbeziehung zwischen Vater und Tochter, sondern vielmehr auf der Person Walter Faber. Sympathischer wird er dadurch nicht, auch verliert Sam Shepards Verkörperung in der Verfilmung von 1991 nicht an Anziehungskraft. Ganz schafft es das Stück nicht an diese Verfilmung heran, irgendwie fehlen die Gänsehautmomente und dennoch hat es gefallen. Vergleiche sind hier ohnehin nicht angebracht, eine Entscheidung zwischen den beiden unmöglich. Immer wieder will ich danach das alte Schulbuch aus dem Regal nehmen und wieder eintauchen in die kalte, tragische Welt des Menschen Faber.

http://www.nationaltheater-mannheim.de/de/schauspiel/stueck_details.php?SID=1961

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