Tod einer Familie

Phoebe geht noch in die Grundschule. Fast täglich schreibt sie ihrer großen Schwester April Briefe. Denn April ist in einer Klinik, weil sie magersüchtig ist. (Manchmal ein wenig zu) Wortgewaltig plappert die kleine Phoebe in diesen Briefen von ihrem Alltag, ihrem Leben mit der Familie und erzählt von der Schule. Sie stellt aber auch Fragen. Aber vor allem hofft sie, dass April wieder zurück kommt. Denn ohne die Schwester fühlt sich das hochintelligente Mädchen in der Familie nicht richtig zu Hause. April jedoch schreibt ihrer kleinen Schwester nicht zurück, die 16. Jährige darf keinen Kontakt mir ihr aufnehmen. 

DSC_0006 (3)Aprils Briefe werden dem Leser erst im zweiten Teil des Romans „Was fehlt, wenn ich verschwunden bin“ von Lilly Lindner mitgegeben. Bis dahin leidet man viel mit der kleinen Phoebe, hat auch Mitleid mit der Familie und hofft für April. Dabei kullern natürlich Tränen. 

Und dann kommt April zu Wort. Nicht weniger wortgewaltig als ihre Schwester schildert sie die andere Seite. Und plötzlich wandelt sich das Mitleid für die Familie in Unverständnis und wird zu umso größerem Mitleid mit Phoebe und April. Mit einem dicken Klos im Hals verfolgt man den Tod der Familie, aber vor allem das Schicksal der Mädchen.  Lilly Lindner  hat einen eindringlichen Jugendroman geschrieben, den vor allem auch Erwachsene lesen sollten, damit sie eine schreckliche Krankheit besser begreifen können. Und vielleicht, vielleicht erkennen sie ja auch die Schuld, die sie tragen, weil sie ihrer Tochter einmal zu oft gesagt haben: Sei still!

Lilly Lindner

Was fehlt, wenn ich verschwunden bin, S. Fischer

ISBN: 978-3-7335-0093-1

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