Wieder zu Gast

Einmal mehr durfte ich auf dem wunderbaren Blog meiner lieben Freundin bibliophiln zu Gast sein und ein nicht weniger wunderbares Buch für den DuMont-Verlag besprechen! Lieben Dank, wie immer, dafür!

Vom Kalten Krieg bis ins Heute

 100_8645In einem halben Haus kann man nicht wohnen. Eine halbe Familie ist schließlich auch keine ganze Familie, die Schutz und Liebe bietet. Den Titel hätte Gunnar Cynybulk für seinen Roman „Das halbe Haus“ daher gar nicht treffender wählen können, ebenso wenig die Sprache, in der er erzählt.

Schonungslos und schnörkellos überspringt er Zeit und Raum und wechselt Erzählperspektiven ab. Das ist aber auch nötig, bei über 570 Seiten Erzählung, vor denen ich bei Lesebeginn größten Respekt hatte. Ebenso wie vor dem Thema. Krieg durchzieht den Roman wie ein roter Faden, das bedeutet deutsche Geschichte auf jeder Seite. Das könnte erschlagen. Tut es aber nicht, denn Cynybulk gestaltet die Erzählung abwechslungsreich und spannend.

Drei Geschichten werden dabei erzählt, die miteinander nicht verknüpfter sein könnten: Die der Großmutter, die vom Schwarzen Meer in Zeiten des Kalten Krieges in den Westen übersiedelt; die ihres Sohnes, Frank Friedrich, der zunächst seine Ehefrau Polina dazu nötigt, aus der DDR in die Bundesrepublik überzusiedeln und sich dann in Eva verliebt. Eva, die zu eng mit dem System verbunden ist… Seine Verhaftung lässt nicht lange auf sich warten. Und dann ist da noch der eigentliche Protagonist Jakob, Sohn und Enkel, der von der Kinder- und Jugendsportschule träumt.

Beim Lesen lernt man nicht nur von den Sehnsüchten und Träumen der Personen, sondern auch viel über die Deutsche Geschichte – vom Kalten Krieg bis ins Heute. Das ist einerseits spannend (erzählt), aber auch auf seine Art nüchtern und zugleich liebevoll. Für den Sommer eine recht schwere und anstrengende Lektüre, die ich eher für die langen Stunden in Herbst und Winter ans Herz lege!

 Gunnar Cynybulk

Das halbe Haus, DuMont-Verlag

ISBN 978-3-8321-9723-0

Schaut doch mal bei bibliophilin vorbei! http://www.bibliophilin.de/?p=11378

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