All die vielen Jahre…

100_8495Fast zwanzig Jahre hat Anna ihren Ex-Freund Victor nicht gesehen – da stehen sie sich plötzlich und zufällig in einer Buchhandlung wieder gegenüber. Zwanzig Jahre liegen zwischen ihnen und ihrem College-Abschluss am St. Bart’s und einer Nacht, in der so vieles zerbrach. Eindringlich blickt Alison Mercer in ihrem Roman „Und dann, eines Tages“ zurück in die Jugendzeit der Clique rund um Anna und Victor, aber sie lässt auch einen Einblick zu in ihr heutiges Leben.

Über allem schwebt bedrohlich die Nacht des Abschlussfestes am College, an die sich Anna so erinnert: „Etwas ist […] vorgefallen. […] Drei Sachen. Zwei mir sehr nahestehende Menschen haben mich betrogen. Ich wurde Zeugin eines Verbrechens. Und jemand ist gestorben“ (S. 282).

Zur Clique gehören der melancholische Keith, Pfarrerstochter Meg, Schauspielertochter Clarissa, der feiste Barnaby, der intellektuelle Victor und mittendrin Anna, die dringlich überhaupt irgendwo dazu gehören möchte. Doch aus der Nähe, die langsam erwächst, entstehen auch Abgründe, die Auswirkungen auf alle späteren Leben haben. Was hier bedrohlich und düster klingt ist dennoch ein leichter Roman, der spätestens beim Rückgang in die Vergangenheit fesselt. Ich habe verhältnismäßig lange gebraucht, um den Roman zu lesen, weiß dies allerdings nicht einzuordnen. (Normalerweise lese ich schnell und innerhalb weniger Tage.) Vielleicht korrespondieren hier Erzählzeit und erzählte Zeit doch mehr, als man glauben mag.

ALISON MERCER

Und dann, eines Tages, Diana Verlag

ISBN: 978-3-453-35774-7

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