Sonntag mit Elsa

10257088_10152327170623847_2169628637084095994_n Ich liebe Bücher, die man in einem Rutsch lesen kann. Aber ich hasse sie auch – denn sie sind nach dem Rutsch ja ausgelesen. Das hinterlässt immer so ein Gefühl der Leere, wenngleich es auch noch viel nachzudenken gibt nach der Lektüre von Astrid Rosenfelds Roman „Elsa ungeheuer“. Ihren Erstling, Adams Erbe, hatte ich ja ebenfalls verschlungen. Und nun habe ich einen Sonntag mit Elsa verbracht. Einen Sonntag nur, doch hier kommen sich Erzählzeit und erzählte Zeit in die Quere, denn Rosenfeld erzählt von der Kindheit hinein bis ins Erwachsenenalter ihrer Protagonisten. Ich sage bewusst Erwachsenenalter, denn so richtig erwachsen scheinen sie nicht wirklich geworden zu sein. Ihnen allen hängt die Kindheit in der Oberpfalz nach. Die Eine führt diese (unschöne) Kindheit nach Texas, den anderen in die Kunstszene und hinein in die Drogenabhängigkeit, und Karl, den Erzähler führt Rosenfeld mal nach Texas, mal in die Drogenhölle, aber am Ende wieder in die Oberpfalz zurück. Daher bleibt am Ende so viel zum Nachdenken, denn irgendwie ist zwar alles geklärt, aber doch alles so offen.

Astrid Rosenfeld hat wieder einen Roman geschrieben, der immer zu meinen Lieblingsromanen zählen wird. Ganz anders als der Vorgänger und doch nicht weniger spannend, lesenswert und absolut toll.

Astrid Rosenfeld
Elsa ungeheuer, Diogenes

ISBN 978-3-257-24294-2

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